Metallarbeitgeber fordern Arbeitsministerin Nahles auf, Pläne für befristete Teilzeit nicht mehr weiterzuverfogen

Metallarbeitgeber fordern Arbeitsministerin Nahles auf, Pläne für befristete Teilzeit nicht mehr weiterzuverfogen

Erstellt am: 16.05.2017

Metallarbeitgeber fordern Arbeitsministerin Nahles auf, Pläne für befristete Teilzeit nicht mehr weiterzuverfolgen

Thede: „Rückkehrrecht in Vollzeit überfordert Unternehmen und übrige Arbeitnehmer“

REUTLINGEN/TÜBINGEN – Die Metallarbeitgeber in den Regionen Reutlingen und Tübingen haben Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles aufgefordert, ihre Pläne für eine befristete Teilzeit mit Rückkehrrecht in Vollzeit nicht mehr weiterzuverfolgen. „Auf den ersten Blick mag das Vorhaben vielleicht verlockend klingen. Aber in der Praxis würde ein solches Gesetz mehr schaden als nützen“, sagte Reiner Thede, Vorsitzender der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen.  „Ein solcher befristeter Teilzeitanspruch würde die Unternehmen und die übrigen Arbeitnehmer schlichtweg überfordern.“

Wenn ein Mitarbeiter heute in Teilzeit gehe, könne der Arbeitgeber eine weitere Teilzeitstelle unbefristet besetzen. „Künftig könnten die Ersatzkräfte aber nur noch befristet eingestellt werden bis der Stammbeschäftigte wieder in Vollzeit zurückkehrt. Solche Jobs wären aber das Gegenteil von dem, was die Politik doch erklärtermaßen haben will“, erklärte Dr. Jan Vetter, Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen. „Zudem lassen sich qualifizierte Ersatzkräfte in Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie schon heute kaum als Teilzeitbeschäftigte finden, geschweige denn mit Befristung.“

Die Folge wäre, dass viele Unternehmen die Arbeit entweder auf die verbliebene Belegschaft verteilen oder ihre Kapazitäten reduzieren und Aufträge ablehnen müssten, sagte Thede. „Das kann im Ernst niemand wollen“, betonte er. „Ministerin Nahles ist mit ihren realitätsfernen Plänen aus gutem Grund bislang bei ihrem Koalitionspartner gegen die Wand gelaufen. Sie sollte ihr Vorhaben jetzt endlich aufgeben.“

Wenn Beschäftigte nicht in Vollzeit zurückkehren können, liege dies meist nicht an betrieblichen, sondern an privaten Gründen, etwa einer fehlenden Kinderbetreuung. Die Arbeitgeber hingegen stünden den Wünschen ihrer Beschäftigten nur selten im Wege, wenn diese ihre Arbeitszeit wieder verlängern möchten, so Vetter: „In der Metall- und Elektroindustrie scheitert die Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit in unter zwei Prozent der Betriebe. Und dort, wo sie aus betrieblichen Gründen misslingt, sind das Gründe, die kein Gesetz abschaffen kann.“ Die Politik sollte daher besser auf die Betriebsparteien vertrauen, anstatt sie zu bevormunden. „Wir wollen weiterhin auf partnerschaftliche Lösungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern setzen“, betonte Vetter.

 

Anbei unsere Presseresonanz:

Reutlinger Nachrichten vom 17. Mai 2017

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