Unternehmen in Reutlingen und Tübingen bieten Betriebsbesichtigungen für Geflüchtete an

Unternehmen in Reutlingen und Tübingen bieten Betriebsbesichtigungen für Geflüchtete

Erstellt am: 30.05.2017

Dr. Jan Vetter: „Geflüchtete erhalten Einblicke in die Arbeitswelt und Betriebe können Fachkräfte gewinnen“

REUTLINGEN/TÜBINGEN – Die in Reutlingen und Tübingen ansässigen Unternehmen Walter AG, ekz.bibliotheksservice GmbH und Erbe Elektromedizin GmbH bieten Geflüchteten im Mai, Juni und Juli Betriebsbesichtigungen an. An verschiedenen Terminen können die Flüchtlinge ein Unternehmen und verschiedene Berufsfelder kennenlernen. Von der Herstellung von Werkzeugen für die Bearbeitung von Metall über die Ausstattung von Bibliotheken mit Medien, Möbeln, Technik und Zubehör bis hin zur Herstellung von chirurgischen Systemen und Instrumenten wird in den Betriebsbesichtigungen ein breites Spektrum der M+E-Industrie und darüber hinaus geboten.

Initiiert wurde das Vorhaben vom Integrationslotsen des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Markus Singler, in Kooperation mit dem Projekt K.I.O.S.K., einer Anlaufstelle zur Berufsorientierung für geflüchtete Jugendliche und ehrenamtlich Aktive. Sie ist bei den Martin-Bonhoeffer-Häusern angesiedelt (www.mbh-jugendhilfe.de).

„Mit den Betriebsbesichtigungen können sich die Geflüchteten einen Eindruck von der Arbeitswelt in Deutschland machen und besser entscheiden, welchen Beruf sie hier ergreifen möchten“, erläutert der Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen, Dr. Jan Vetter. „Gleichzeitig können die Betriebe Kontakte zu zukünftigen Bewerbern herstellen.“ Viele von ihm betreute Unternehmen würden darin eine zusätzliche Chance sehen, Fachkräfte zu gewinnen, sagt der Südwestmetall-Integrationslotse Markus Singler: „Wenn auch oft die Schul- und Fachkenntnisse der Geflüchteten nicht immer mit dem deutschen Standard vergleichbar sind, so wird von vielen Unternehmen, die schon Flüchtlinge beschäftigen, immer wieder deren hohe Lernbereitschaft und die große Motivation lobend erwähnt.“

Die Bereitschaft der Unternehmen, sich an diesem Projekt zu beteiligen, spreche für deren Offenheit und gesellschaftliches Engagement, sagt Vetter. „Die Unternehmen in der Region sind sehr engagiert hinsichtlich der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen, gerade was die Ausbildung betrifft“, weiß der Arbeitgebervertreter. „Doch durch jüngste Medienberichte über Abschiebungen aus der Ausbildung heraus sind sie zunehmend verunsichert ob ihrer zukünftigen Bereitschaft zur Aufnahme von Geflüchteten.“

Hier gelte es, die im Integrationsgesetz verankerte ‚3+2-Regelung‘ einzuhalten, appelliert Vetter an die Landesbehörden. „Es muss gewährleistet sein, dass Geflüchtete während ihrer Ausbildung und im Falle der Weiterbeschäftigung für mindestens weitere zwei Jahre nicht abgeschoben werden.“

Die Betriebsbesichtigungen finden wie folgt statt:
30.05.2017:        Walter AG, Derendinger Straße 53, 72072 Tübingen
20.06.2017:        ekz.bibliotheksservice GmbH, Bismarckstraße 3, 72764 Reutlingen
Juli 2017:           Erbe Elektromedizin GmbH, Waldhörnlestraße 17, 72072 Tübingen

Über das Projekt K.I.O.S.K.:
Die Anlaufstelle K.I.O.S.K. der Martin-Bonhoeffer-Häuser dient der Berufsorientierung für geflüchtete Jugendliche und ehrenamtlich Aktive und befindet sich seit Mai 2017 zentral gelegen am Europaplatz in der Poststraße 10. Das Beratungsangebot findet jeweils montags und donnerstags zwischen 16 und 18 Uhr statt. Finanziert wird K.I.O.S.K. durch die Aktion Mensch. In der Anlaufstelle wird ein erster Überblick über die vielfältigen Berufs- und Schulwege, Maßnahmen, Arbeitsmarktinstitutionen und Ansprechpartner gegeben. Außerdem bietet K.I.O.S.K. Hilfe in der Vermittlung von Praktika und Ausbildungen durch Betriebserkundungen sowie Einblicke in Ausbildungs- und Studienberufe durch Berufsbiographie-Abende, an denen Geflüchtete über ihre beruflichen Erfahrungen berichten. An Besichtigungen interessierte Betriebe können sich gerne an kiosk@mbh-jugendhilfe.de wenden.

Ansprechpartnerin:
Karin Burth
Tel.: 0151-54866001
E-Mail: karin.burth@mbh-jugendhilfe.de

Über das Integrationslotsen-Projekt:
Das Projekt wird zu 100 Prozent von Südwestmetall finanziert. Organisatorisch angesiedelt sind die Integrationslotsen bei dem gemeinnützigen Bildungsträger BBQ Berufliche Bildung gGmbH, einer Tochtergesellschaft des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft. Markus Singler hat sein Büro in den Räumen der BBQ Berufliche Bildung gGmbH Villingen-Schwenningen in der Gerberstraße 53 (Telefon: 07721/87 86 45-15, Mobil: 0151 15 97 12 70, E-Mail: singler.markus@biwe-bbq.de).

 

Beschreibungen Unternehmen

 

Walter AG:
Die Walter AG, gegründet 1919, zählt zu den weltweit führenden Unternehmen in der Metallbearbeitung. Der Zerspanungsspezialist bietet ein umfassendes Spektrum an Präzisionswerkzeugen zum Fräsen, Drehen, Bohren und Gewinden. Gemeinsam mit seinen Kunden entwickelt Walter maßgeschneiderte Lösungen für die Komplettbearbeitung von Bauteilen in den Branchen Allgemeiner Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Automobil- und Energieindustrie. Die Engineering Kompetenz des Unternehmens umfasst dabei den gesamten Zerspanungsprozess. Als innovativer Partner für hocheffiziente, digitalisierte Prozesslösungen gehört Walter branchenweit zu den Vorreitern der Industrie 4.0. Die Walter AG beschäftigt mehr als 3.500 Mitarbeiter und betreut mit zahlreichen Tochtergesellschaften und Vertriebspartnern Kunden in über 80 Ländern der Welt.

ekz.bibliotheksservice:
Die ekz.bibliotheksservice GmbH ist als führender Bibliothekseinrichter und Komplettanbieter im deutschsprachigen Raum Mitgestalter und Innovationskraft der Branche. Ausstattung, Medien, Fortbildung und Beratung – die ekz bietet alles aus einer Hand. Gemeinsam mit den Kunden entwickelt das Unternehmen begeisternde, praxisorientierte Produkte und Dienstleistungen, damit Bibliotheken für die Aufgaben und Herausforderungen von heute und morgen perfekt vorbereitet sind.

Auf Initiative von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren wurde die ekz 1947 als ein Wirtschaftsunternehmen von Gebietskörperschaften gegründet. Heute garantieren mehr als ein Drittel öffentliche Eigentümer gemeinsam mit den ekz-Führungskräften als Gesellschafter den Auftrag der ekz, qualitätsorientierte und umfassende Lösungen für Bibliotheken anzubieten.

Erbe Elektromedizin:
Als inhabergeführtes Familienunternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Erbe weltweit chirurgische Systeme für den professionellen Einsatz in den unterschiedlichsten medizinischen Bereichen.
Erbe-Technologie ist in vielen Ländern führend und dadurch fester Bestandteil im OP-Arbeitsablauf. Damit tragen die Produkte zu einer bestmöglichen Behandlung des Patienten bei – für eine ebenso schonende wie erfolgreiche Therapie. Das Portfolio umfasst Geräte und Instrumente für die Elektrochirurgie, Thermofusion, Plasmachirurgie, Kryochirurgie und Hydrochirurgie. Die Kombination dieser Technologien ermöglicht innovative Anwendungsmöglichkeiten, die hauptsächlich in der Allgemeinchirurgie, Gastroenterologie, Gynäkologie, Pneumologie und Urologie Akzente setzen. Erbe beschäftigt weltweit über 950 Mitarbeiter, davon 630 an den Standorten Tübingen und Rangendingen. Rund 120 Personen arbeiten in Forschung und Entwicklung. Der intensive Austausch mit namhaften Anwendern aus Universitäten und Kliniken ist der Erfolgsschlüssel, mit dem Erbe die Entwicklung in der Medizin erfolgreich vorantreibt.

 

Anbei unsere Presseresonanz:

Reutlinger Nachrichten vom 13. Juni 2017

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