Südwestmetall-Konjunkturumfrage: Unternehmen in der Region blicken etwas verhaltener auf das nächste Jahr

Thede: „Viel wird davon abhängen, welche Schwerpunkte die künftige Bundesregierung setzen wird“

Erstellt am: 13.10.2017

Thede: „Viel wird davon abhängen, welche Schwerpunkte die künftige Bundesregierung setzen wird“

REUTLINGEN – „Nach einem wirtschaftlich insgesamt guten Jahr 2017 blicken die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie (M+E) in der Region Neckar-Alb und Nordschwarzwald etwas verhaltener auf das kommende Jahr“, sagte Reiner Thede, Vorsitzender der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen, am Freitag anlässlich der Veröffentlichung einer Umfrage des Arbeitgeberverbands unter seinen Mitgliedsfirmen. Während 55 Prozent der Betriebe für 2017 eine bessere oder erheblich bessere Auftragslage als im vergangenen Jahr erwarten, sagen dies für 2018 nur noch 35 Prozent. Lediglich 16 Prozent rechnen im laufenden Jahr mit etwas oder erheblich schwächeren Auftragseingängen, für das kommende Jahr sind dies immerhin schon 19 Prozent. (Die vollständige Umfrage finden Sie im Anhang.)

„Viel wird nun auch davon abhängen, welche Schwerpunkte die künftige Bundesregierung setzen wird“, sagte Thede. Die Rahmenbedingungen müssten in der neuen Legislaturperiode endlich wieder so gesetzt werden, dass die Unternehmen wettbewerbsfähiger agieren könnten. „So brauchen wir zur Stärkung des Forschungsstandorts und der Innovationsfähigkeit der Unternehmen endlich eine steuerliche Forschungsförderung – wie sie im Übrigen in den meisten entwickelten Volkswirtschaften längst üblich ist“, erklärte der Arbeitgebervertreter.

Um neue Arbeitszeitmodelle im Rahmen der Digitalisierung der Wirtschaft zu ermöglichen, müsse in der neuen Legislaturperiode dringend das Arbeitszeitrecht flexibilisiert werden, sagte Thede: „Modernen flexiblen Arbeitszeitmodellen werden heute etwa durch die tägliche Höchstarbeitsgrenze von acht beziehungsweise zehn Stunden zu enge Grenzen gezogen. Dasselbe gilt für die gesetzliche elfstündige Ruhezeit zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn.“ Die vereinbarte Gesamtarbeitszeit müsse künftig flexibler und bedarfsgerechter eingesetzt werden können, so der Bezirksgruppen-Vorsitzende. „Das ist im Interesse der Unternehmen – und der Arbeitnehmer.“

Neben den Schwerpunktsetzungen der künftigen Bundesregierung werde auch die kommenden Monat beginnende M+E-Tarifrunde entscheidende Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung im nächsten Jahr haben, sagte Thede. „Was wir jetzt aber von der IG Metall als Forderungsempfehlung hören, lässt leider wenig Gutes erwarten“, erklärte der Arbeitgebervertreter: „Die Forderung nach sechs Prozent mehr Geld ist völlig überzogen. Und auch die alimentierte Arbeitszeitverkürzung für große Teile der Belegschaft wäre ein extremer Kostentreiber.“

Mit ihren übertriebenen Forderungen riskiere die IG Metall, dass die notwendigen Investitionen am heimischen Standort unterblieben, so Thede. Dabei stehe die M+E-Industrie vor tiefgreifenden Umbrüchen. „Die Digitalisierung erfordert hohe Investitionen und in der Automobilindustrie bedeutet die Umstellung auf neue Antriebe und autonomes Fahren zusätzliche Belastungen“, erläuterte er.

Der Bezirksgruppen-Vorsitzende appellierte an die IG Metall, ihre Vorstellungen bis zum endgültigen Forderungsbeschluss auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß zu reduzieren. „Wir benötigen ‚Zukunft statt zu teuer‘“, betonte Thede: „Schon in den letzten Jahren haben wir durch eine zu steile Tarifentwicklung an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Dem müssen wir entgegenwirken – auch in der kommenden Tarifrunde!“

 

Anbei unsere Presseresonanz:

Schwäbisches Tagblatt vom 13. Oktober 2017
 

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Datum: 24.1.2020

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