M+E-Unternehmen sind gegenwärtig massiven Belastungen und Risiken ausgesetzt

M+E-Unternehmen sind gegenwärtig massiven Belastungen und Risiken ausgesetzt

Erstellt am: 22.09.2022

M+E-Unternehmen in Region Reutlingen/Tübingen gegenwärtig massiven Belastungen und Risiken ausgesetzt

Holder: „Angesichts schwieriger wirtschaftlicher Lage gestaltet sich M+E-Tarifrunde alles andere als einfach“

REUTLINGEN/HAIGERLOCH – Die Metall- und Elektroindustrie (M+E) in den Regionen Neckar-Alb und Nordschwarzwald sieht sich gegenwärtig massiven Belastungen und Risiken ausgesetzt. „Aufgrund weltweiter Lieferkettenprobleme und Materialmangel können unsere Unternehmen ihre Auftragsbestände nur sehr verzögert abarbeiten“, sagte Martin Holder, Vorsitzender der Bezirksgruppe Reutlingen des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, am Donnerstag anlässlich des Sommerfestes des Verbands in Haigerloch. „Zu den schwachen Produktionszahlen gesellt sich nun auch noch ein starker Einbruch der Auftragseingänge. Schon jetzt steht fest, dass die M+E-Industrie in diesem Jahr erneut deutlich unter ihrem Vorkrisenniveau bleiben wird.“

Die explodierenden Preise für Energie, Rohstoffe, Vorprodukte und Frachtkosten belasteten die M+E-Unternehmen in der Region aktuell besonders stark, sagte Bezirksgruppen-Geschäftsführer Dr. Jan Vetter: „Die Preiseffekte früherer Kostenschocks Mitte der 1970er Jahre, Anfang der 1980er Jahre und unmittelbar vor der globalen Finanzmarktkrise werden derzeit weit übertroffen.“ Die Kostensteigerungen würden für die M+E-Firmen zunehmend unkalkulierbarer. „Die große Mehrheit der Betriebe ist nicht in der Lage, den massiven Kostenschub über eigene Preise zu kompensieren“, erklärte der Bezirksgruppen-Geschäftsführer.

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage gestalte sich die laufende M+E-Tarifrunde alles andere als einfach. „Die 8-Prozent-Lohnforderung der IG Metall ist völlig aus der Zeit gefallen. Die Gewerkschaft zeichnet in ihrer Forderungsbegründung – wie so oft – ein viel zu rosiges Bild von der Lage der Betriebe“, kritisierte Holder. Die IG Metall wecke bei ihren Mitgliedern überhöhte Erwartungen und beschwöre einen Tarifkonflikt herauf, den die M+E-Industrie in dieser herausfordernden Lage überhaupt nicht brauchen könne, sagte der Arbeitgebervertreter: „Klar ist: Eine flächendeckende Tariferhöhung von 8 Prozent steht außerhalb aller Möglichkeiten.“

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