Russischer Gaslieferstopp würde Wirtschaft gefährden

Russischer Gaslieferstopp würde Wirtschaft gefährden

Erstellt am: 03.05.2022

Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen: Russischer Gas-Lieferstopp würde zu wirtschaftlichem Einbruch führen, wie wir ihn in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht erlebt haben

Holder: „Massive Arbeitsplatzverluste wären die Folge, die sich auch durch Kurzarbeit nicht mehr auffangen lassen“

REUTLINGEN – Die Metallarbeitgeber in den Regionen Neckar-Alb und Nordschwarzwald warnen davor, im Falle eine russischen Gas-Lieferstopps in erster Linie den Unternehmen die Energiezufuhr zu kürzen. „Das würde zu einem wirtschaftlichen Einbruch führen, wie wir ihn in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht erlebt haben“, sagte der Vorsitzende der Bezirksgruppe Reutlingen des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Martin Holder, am Dienstag in Reutlingen. „Die energieintensive Industrie würde besonders hart getroffen. Massive Arbeitsplatzverluste wären die Folge, die sich auch durch Kurzarbeit nicht mehr auffangen lassen. Das hat aktuell auch der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, noch einmal unterstrichen.“

Vor diesem Hintergrund regte Holder an, darüber nachzudenken, im Falle von Versorgungsengpässen Privathaushalte und Industrie gleich zu behandeln: „Also, dann lieber die Heizung im kommenden Winter etwas zurückdrehen und dafür der Industrie die Chance geben, weiter für Wertschöpfung und gute Arbeit am heimischen Standort zu sorgen.“ Unterm Strich sei es doch für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber vorteilhafter, wenn die Gas-Kürzungen fair aufgeteilt würden und so möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden könnten.

„Diese Diskussion müssen wir nun offen und ehrlich führen“, sagte der Bezirksgruppen-Geschäftsführer Dr. Jan Vetter. „Klar ist: Wir werden die aktuellen enormen Herausforderungen als Gesellschaft nur im Schulterschluss bestehen können. Deshalb wird entscheidend sein, dass wir uns auch in der zentralen Frage der Energieversorgung nicht gegeneinander ausspielen lassen. Ich bin davon überzeugt: Mit einer geschickten Lastenverteilung können wir einiges von dem drohenden wirtschaftlichen Schaden abwenden.“

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